Ausstellung Peter Mager

Die Bilder von Peter Mager zeigen Mensch, Kreatur und Natur oft zerstückelt, irreal verknüpft und geometrisch neu geordnet in den verschiedensten künstlerischen Techniken. Visionen vielgesichtig, transzendent und weit ab von real geschautem. Und doch strömen aus seinen Bildern auch Wärme und Optimismus und lassen transparent werden was subkonsiszient verborgen ist.

Peter Mager - Egerweg 35 - 70329 Stuttgart
Internet http://www.baukunstgrafik.de
EMail p.mager@web.de

Schwäbische Zeitung 17. Oktober 2005 - Peter Mager

Realität trifft auf surreale Traumgebilde

Farbenfreudige, teils freche oder surreale Bilder in verschiedenen Techniken hat der Stuttgarter Architekt Peter Mager für seine Ausstellung in der Buchkunstgalerie Jäger in Langeargen zusammengestellt. Inge Jäger will mit ihren Kunstausstellungen „ein bissle pep ins Städtle bringen.“

Peter Mager, 1942 in Singen geboren, hat neben seinem Architekturstudium bei Prof. Hans Sauerbruch in Konstanz bildnerisches Gestalten gelernt. Seine ersten Bilder seien wie er sagt, vor Rund 45 Jahren in einem künstlerisch geprägten Freundeskreis entstanden. Er zählt zu den Architekten, die neben ihrer berufsmässig eingegrenzten kreativen Tätigkeit sich auch einmal völlig frei kreativ entfalten wollen. Dennoch lässt sich der Brotberuf in den Bildern nicht ganz verleugnen. Bei Mager begegnen sich figurative und geometrische Formen, Menschen und Bauwerke, Farben und Formen. Realität trifft auf surreale Traumgebilde Farben spielen mit Formen.

Exakt gezeichnete Komposition

Einige Gesichter ähneln venezianischen Masken. Ein Fisch, dem ein Kettchen mit Medaillon aus dem Maul hängt, blickt mit einem menschlichen Auge auf ein Gesicht. Ein Auge scheint aufgesetzt und verbunden mit Teilen eines Uhrwerks. Von unten streckt sich eine Hand entgegen, hinter dem Fisch endet ein langer Arm in einem Daumen. Die Komposition ist exakt gezeichnet, in ansprechender Farbabstimmung. Bei einigen Bilder fühlt man sich an die Neue Sachlichkeit der späten Weimarer Zeit erinnert, bei anderen an Werbung aus den 50ern.

Mager hat Anregungen von verschiedensten Seiten aufgenommen und daraus etwas eigenes geformt. Wie er bei der Eröffnung erzählte, entwickeln sich bei ihm die Bilder erst im Kopf und reifen bevor sie auf den Malgrund kommen. Er malt und zeichnet in Öl, Acryl, mit Pastell, arbeitet mit Linolschnitten und digitalen Techniken. Letztere Bilder nennt er selbst plakativ. Viele seiner Werke wirken zeitlos modern. Mager erklärt, das Stimmungen und Gefühle ihren Niederschlag gefunden haben, doch der Betrachter wird das nur selten herausfinden. So blickt das angeschnittene Gesicht einer Frau mit grossen Augen auf den Betrachter – sind die Augen nun traurig oder hoffnungsvoll? Sie scheinen transzendent. Linien ziehen sich als geometrisches Netz über das Gesicht, verbinden es mit dem Hintergrund. Die so gebildeten Flächen können weiss sein oder grau oder lila ausgefüllt. Das flatternde Haar ist wie bei einer italienischen Renaissance – Schönheit im Moment festgehalten. Rätsel müssen bleiben.