Peter Schlichte 2009 - "Bilder einer Reise"

Vor einem Jahr führte die evangelische Kirche mit Pfarrer Ulrich Fentzloff eine "empfindsame Reise nach Czernowitz / Ukraine" durch. Etwa 25 literarisch interessierte Personen,darunter auch der Markdorfer Künstler Peter Schlichte, ließen sich von der Vergangenheit und Gegenwart in der Ukraine beeindrucken und inspirieren. Peter Schlichte malte von dieser Reise kleinformatige Aquarelle und großformatige Bilder in Acryl. Ulrich Fentzloff gab an der Vernissage am 2. April eine Interpretation des Werks. Fentzloff liest die Bilder als eine Suche nach der verlorenen Seele. Das Dasein der Menschen sei bestimmt vom Kampf ums überleben- die Bilder spiegelten das Wichtigste.

In den kleinformatigen Bildern versucht der Künstler das Zerfliesen der Dinge einen Augenblick festzuhalten. Sie sind wie bunte, lebendige Briefmarken auf einem nüchternen Umschlag. Fentzloff schreibt dem Künstler einen "demütigen Blick" zu. Das Werk weise nichts Schreiendes oder Spektakuläres auf. Die Bilder würden nicht dominiert durch Struktur, vielmehr seien sie gemalt mit einem "aufmerksamen Pinsel". "Struktur wird Geschenk im Akt der Schöpfung."

Die Landschaften von Peter Schlichte verändern sich von tiefblauem Himmel und fruchtbarem gelb/grünem gelände zu blassem, durchscheinendem Himmel bei braunem, erdigem Land. Wichtige Themen der Bilder sind zwar in auffallendem Rot, aber winzig. Das Thema des Künstlers selbst und der Reisenden scheint verschwindend gering im Vergleich zu den grandiosen Eindrücken, die sich während dieser Reiseoffenbar aufdrängten. Die Ausstellung widmet die Galeristin Inge Jäger Reinhard Grözinger, der die Reisegesellschaft sicher mit dem Bus fuhr. Die Ausstellung ist bis
Anfang Juli zu den Öffnungszeiten in der Buchkunstgalerie zu sehen.